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Runtertrinken

Die Folgen des kalten Entzugs können dramatisch sein. Zitternde Hände sind noch die mildesten Symptome, die der Spiegeltrinker bei sinkendem Blutalkohol verspürt. Schlimmstenfalls droht jedoch Delirium tremens und Herz-Kreislauf-Versagen.

Die Erfahrungen dieser extremen Zustände sind mir glücklicherweise nicht gegeben. Dennoch habe ich den kalten Entzug mehrfach als solche Höllenqual empfunden, dass ich ihn mir freiwillig nicht mehr antun möchte.

Da sich der Körper auch nach jahrelangem, schweren Alkoholmissbrauch graduell immer weiter an die Droge gewöhnt, wird es immer schwieriger, „runterzukommen“ – denn die Entzugserscheinungen werden immer stärker. Daher kann ich keinem Alkoholabhängigen raten, auf eigene Faust einen kalten Entzug zu unternehmen. Besser ist es, einen Arzt hinzuzuziehen oder über eine Beratungsstelle die stationäre Entgiftung zu suchen.

Wer den Entzug dennoch ohne fremde Hilfe angeht muss sich darüber klar sein, dass es nicht bei körperlichen Symptomen bleibt – ich habe die psychischen Qualen sogar als schlimmer empfunden. Die intensivsten Phasen des Entzugs waren bei mir immer von der Gewissheit geprägt, „jetzt“ sterben zu müssen.  Nur das Bewusstsein, dass in diesen Eingebungen meiner Psyche letztlich allein der Alkohol spricht, sowie die Hoffnung, dass all das in ein paar Tagen Vergangenheit sein würde, haben mich durchhalten lassen. Bis zum nächsten Alkoholabsturz.

Ich bin jetzt seit ein paar Wochen „trocken“. Und diesmal habe ich keinen kalten Entzug gemacht, denn ich fürchtete mich vor den Entzgserscheinungen. Bei diesem Entzug, DEM Entzug, der der endgültige sein wird, habe ich mich runtergetrunken.

Ich reduzierte die Alkoholmenge von Tag zu Tag. Ich trank nur gerade so viel, dass keine Entzugserscheinungen auftraten. Meine alkoholischen Getränke wechselten von Schnaps zu Wein, zwei Tage später zu Bier. (Ironischer Weise also der Schnelldurchlauf meiner Alkoholikerkarriere in umgekehrter Reihenfolge.) Den vierten Tag überstand ich ohne einen Tropfen Alkohol. Ich zitterte nicht, ich schwitzte kaum. Nach einer Woche schlief ich wieder relativ fest. Das war anfang Dezember, und ich trinke immer noch nicht.

Darüber, wie am besten mit dem Trinken zu brechen sei, gehen die Meinungen auseinander. Manche sind Anhänger des sofortigen Entzugs, andere favorisieren die schrittweise Eingrenzung der Trinkmenge. Meiner Ansicht nach gibt es keine Patentlösung. Jeder muss für sich den Weg finden, der gangbar ist.

22.12.08 14:28
 


bisher 3 Kommentar(e)     TrackBack-URL


(10.10.11 10:43)
danke, danke, danke.
Klinik wollte ich nicht mehr bei diesem Rückfall und habe es erst allein versucht. Was wirklich geholfen hat, war dann dieser Erfahrungsbericht. Habe auch überschaubare Entzugserscheinungen gehabt und bin jetzt kurz vor dem Ausstieg.
Diese Hinweise waren genau das, was ich gebraucht habe!

Also danke, danke, danke!!!!!!!


(4.4.15 09:33)
Das war mal ein fundierter Bericht und eine sympathische Schreibe dazu. Echt bravo ! Wenn man die "Eier" hat, es so zu machen, warum nicht?

Besonders der schon philosophische Gedanke der umgekehrten Säuferkariere...Schnaps, Wein Bier... Saustark!

Ich bin beim "Runtersaufen" immer daran gescheitert, dass meine Selbstdisziplin nicht ausgereicht hat....Wär´doch schön, jetzt noch ein Bierchen....und so.

Bis jetzt habe ich wohl so 5 kalte Entzüge hinter mir und bin jetzt beim 6. Solche Artikel, wie der Deine geben einfach nur KRAFT. Danke vielmals.


Christian (26.5.16 01:52)
Mir fehlt die Differenzierung.....in der Headline wird von "Runtertrinken" gesprochen u im Text vom "kalten Entzug"...das sind nicht miteinander vergleichbare Handlungsweisen..."Das klassische Runtertrinken" ist kein kalter Entzug, mi diesem gefährliche chem Halbwissen sollte kein Blog eröffnet werden....

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